Es mag ja noch andere Gründe geben, die die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt dazu bewogen haben, dem gesichert rechtsextremistischen Landesverband der AfD ihre Stimme zu geben. Der Hauptgrund ist jedoch eine Person: Friedrich Merz.
Das lässt sich nicht nur mit Umfragen belegen, dass rund 85 Prozent der Bevölkerung mit dem Kanzler unzufrieden sind – nie in der Geschichte der Bundesrepublik hat je ein Kanzler solche desaströsen Umfragewerte erfahren müssen. Es lässt sich auch aus den Wahlergebnissen dieser Landtagswahl ablesen: Alle politisch relevanten Parteien (also ohne Berücksichtigung der FDP) konnten ihre Ergebnisse gegenüber der letzten Landtagswahl verbessern oder zumindest konstant halten – mit Ausnahme der CDU, die ihre Prozentzahl auf rund 18 Prozent halbierte, während die AfD ihre Prozentzahl verdoppelte.
Die CDU muss nun endlich erkennen, dass sie mit Merz auf das falsche Pferd gesetzt hat. Es muss dringend ein anderer Kanzler gewählt werden. Ansonsten ist die CDU dafür verantwortlich, dass die gesamte Bundesrepublik unter seiner Kanzlerschaft endgültig ins Verderben rennt. Auszüge aus einem Kommentar von Thomas Sigmund vom 6.9.26 auf www.handelsblatt.de:
> [A]uch wenn Merz nicht auf dem Wahlzettel stand: Die herbe Niederlage des Ministerpräsidenten Sven Schulze ist auch seine Niederlage, und sie ist vor allem eine Abrechnung mit der Berliner Politik. 76 Prozent der von Civey befragten Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt haben vor der Wahl gesagt, dass sie damit rechnen, dass ein starkes Abschneiden der AfD im Land auch die Politik im Bund spürbar verändern wird.
Merz war die Reizfigur im Landtagswahlkampf, nur neun Prozent der Menschen waren laut Infratest-Umfragen mit seiner Arbeit zufrieden. Für die Wahlkämpfer der CDU war das eine reine Katastrophe. (…)
Es ist sogar zu befürchten, dass der Kanzler aus dem Ergebnis die falschen Schlussfolgerungen zieht. Seine erste Antwort in einem ARD-Interview auf die Frage nach Konsequenzen einer möglichen AfD-Regierung lautet: „Es ist eine Landtagswahl.“ Das ist so banal wie richtig. Doch hinter dieser Feststellung steckt auch der Versuch, das Wahlergebnis zu relativieren. <<
Den vollständigen Kommentar können Sie hier nachlesen:
https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-merz-darf-sich-jetzt-nicht-in-die-eigene-tasche-luegen/100252384.html